Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

Leningrad.
Stimmen einer belagerten Stadt

Sonntag, 1. Februar, 16:00

„Men­schen der Zukunft!“ – Mit die­sem Zuruf einer Lenin­gra­de­rin beginnt der Film über eine der gro­ßen Unta­ten des Zwei­ten Welt­kriegs: „Erobe­rer und Krie­ger künf­ti­ger Schlach­ten! Habt mehr Respekt und Zärt­lich­keit für Städ­te! Denkt dar­an, dass Städ­te beim Unter­gang schrei­en. Denn ihr Tod ist unwi­der­ruf­lich und kann von nie­man­dem und nie­mals gerecht­fer­tigt werden.“ 

Über 80 Jah­re ist das her. Und heu­te? Wir selbst sind die Men­schen der Zukunft – und könn­ten erschre­cken über die Gegen­wart die­ser Vergangenheit. 

Die Blo­cka­de Lenin­grads hat in die­sem Film ein Frau­en­ge­sicht. Denn die meis­ten der Auf­zeich­nun­gen stam­men von Frau­en. Es sind Tage­bü­cher des Ster­bens – oder des Über­le­bens. Ver­su­che, sich selbst zu bewah­ren, durch­zu­ste­hen, nicht hin­zu­stür­zen und lie­gen­zu­blei­ben wie so vie­le Ent­kräf­te­te, Ster­ben­de. Müh­sam der alles läh­men­den Schwä­che abge­run­ge­ne, scho­nungs­lo­se Zei­len. Die Schrei­be­rin­nen fürch­ten sich nicht vor dem Feind und nicht vor der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei, die sich als unfä­hig erwie­sen hat. Die ver­ant­wort­lich ist dafür, dass die einen zu essen haben, die ande­ren nicht: „Es hieß doch: ‘Wir sind auf den Krieg vor­be­rei­tet.’ Oh Ihr Aben­teu­rer, Ihr Schur­ken, Ihr rück­sichts­lo­sen Schur­ken!“ – „Manch­mal bricht Wei­nen in die Stil­le. Das heißt: eine Brot­kar­te wur­de gestoh­len. Nie­mand fängt stür­zen­de Men­schen auf. Stumpf und gleich­gül­tig gehen die Toten von mor­gen vor­bei.“ – „Auf allen Fotos von Sta­lin eine unglaub­li­che Selbst­ge­fäl­lig­keit. Wie geht es jetzt dem armen Nar­ren, der glaub­te, er sei wirk­lich der gro­ße, all­mäch­ti­ge, all­wei­ses­te, gött­li­che Augustus?“ 

Kein Wun­der, dass die­se Stim­men nach dem Krieg unge­hört ver­klan­gen, ja: unter­drückt wur­den. Sie pass­ten nicht zum Pathos des Lenin­gra­der Hel­den­lieds, das nun offi­zi­ell ange­stimmt wur­de. Der Hun­ger­tod ist kein Heldentod.
(Text: Schmidt & Paet­zel Fernsehfilme)

Cre­dits:

Ein Film von Artem Demenok
NDR/Arte/rbb/ 2024, 90 Minuten

Details

Datum:
Sonntag, 1. Februar
Zeit:
16:00

Veranstaltungsort

  • Theatersaal des Gemeindezentrum Zion

  • Kornstraße 31,
    28201 Bremen
    Google Karte anzeigen
  • Telefon 0421 597 695 21
Kino in der Neustadt
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.