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SUMMARY:"The Law and the Prophets" - Szenen aus dem Westjordanland
DESCRIPTION:„Unter­halt­sam“ ist wohl kaum ein Wort\, das man wäh­len wür­de\, um einen Film zu beschrei­ben\, der die erstaun­lich viel­schich­ti­ge\, bru­ta­le Matrix von Geset­zen\, Richt­li­ni­en und Prak­ti­ken auf­deckt\, die Isra­el zur Kon­trol­le der Paläs­ti­nen­ser ein­setzt. Den­noch ist ‚The Law and the Pro­phe­ts‘ – zwei Stun­den lang – ein fes­selnd gefilm­ter\, rasan­ter und gründ­li­cher Blick auf die täg­li­chen Bedro­hun­gen und Her­aus­for­de­run­gen\, mit denen Paläs­ti­nen­ser kon­fron­tiert sind. \nDer Film beginnt mit idyl­li­schen Sze­nen von Lifta\, einem der Hun­der­te von paläs­ti­nen­si­schen Dör­fern\, die nach der Grün­dung des Staa­tes Isra­el im Jahr 1948 von jüdi­schen Mili­zen eth­nisch gesäu­bert wur­den. Im Off erzählt der israe­li­sche Rei­se­füh­rer Yahav Zoh­ar\, wie er als Kind in den Über­res­ten des Dor­fes spiel­te\, das an einem Hang etwas außer­halb von Jeru­sa­lem liegt. Lifta\, so erzählt er\, sei „inof­fi­zi­ell zu einem Park für die [umlie­gen­den jüdi­schen] Stadt­vier­tel gewor­den\, in dem man spie­len und pick­ni­cken konn­te“. Als er erwach­sen wur­de und die Geschich­te des Dor­fes erfuhr\, sagt er: „Das hat die Bedeu­tung von Lifta für mich ver­än­dert – von einem Spiel­platz zu einem Ort\, der mich auch an die Nak­ba [ara­bisch für Kata­stro­phe] erinnert.“ \n\n			\n				\n					\n				\n			\n		\nDann\, als wür­de er den gesam­ten Film vor­stel­len und nicht nur den Bericht über Lifta kom­men­tie­ren\, sagt der unab­hän­gi­ge Jour­na­list Jona­than Cook: „Die Geschich­te hier ist für das west­li­che Publi­kum unan­ge­nehm zu hören …“ \nCook weist auf den Unter­schied zwi­schen Kolo­nia­lis­mus und Sied­ler­ko­lo­nia­lis­mus hin. „Kolo­ni­al­ge­sell­schaf­ten\, für die Groß­bri­tan­ni­en ein gutes Bei­spiel ist\, sind dort­hin gegan­gen\, um die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung aus­zu­beu­ten“\, sagt er. „Sied­ler­ko­lo­ni­al­ge­sell­schaf­ten gehen dort­hin\, um die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung zu erset­zen … Das hat einen schreck­li­chen Preis für die loka­le Bevöl­ke­rung. Es kann zu Völ­ker­mord\, eth­ni­schen Säu­be­run­gen und Apart­heid führen.“ \nDer Film geht auf die Idee von Joshua Vis zurück\, einem ordi­nier­ten Pfar­rer mit einem Dok­tor­ti­tel in Geschich­te. Er ver­an­stal­tet Immersi­ons­tou­ren nach Israel/Palästina. Auf die Fra­ge von Mon­do­weiss\, war­um er und der Co-Pro­du­zent Eric Schro­ten­boer den Film gemacht haben\, ant­wor­te­te Vis: „Ich arbei­te seit Jah­ren in der Regi­on und brin­ge Men­schen zu die­sen unglaub­li­chen Men­schen. Was sie zu sagen haben\, ist so wich­tig\, dass wir uns frag­ten: ‚Wie kön­nen wir ihre Stim­men verstärken?‘“ \nVis’ Erzäh­lung\, die auf Berich­ten aus ers­ter Hand basiert\, führt dem Zuschau­er vor Augen\, was er als „Schlei­er der Legi­ti­mi­tät“ bezeich­net\, der die Unter­drü­ckung des paläs­ti­nen­si­schen Vol­kes durch Isra­el ver­schlei­ert. Er sagt: \n“Ich dach­te\, der Isra­el-Paläs­ti­na-Kon­flikt sei kom­pli­ziert. Aber er ist nicht kom­pli­ziert … Eine Volks­grup­pe sieht sich einer ande­ren Volks­grup­pe über­le­gen. Und die­se Über­le­gen­heit erzeugt Ver­ach­tung\, die zu Unter­drü­ckungs­sys­te­men führt. Im 21. Jahr­hun­dert müs­sen die­se Sys­te­me einen Schlei­er der Legi­ti­mi­tät erhal­ten\, ins­be­son­de­re wenn die als über­le­gen gel­ten­de Grup­pe behaup­tet\, demo­kra­tisch und mora­lisch inte­ger zu sein. So wer­den die Mecha­nis­men der Unter­drü­ckung hin­ter dem Schlei­er der Sicher­heit\, des Rechts und der Ord­nung ver­bor­gen. Und da das west­li­che Publi­kum dazu neigt\, mit dem jüdi­schen Volk zu sym­pa­thi­sie­ren\, reicht die­ser Schlei­er aus.” \n„Aber wenn man ein­mal hin­ter den Schlei­er geblickt hat“\, fährt Vis fort\, „kann man nicht mehr ver­ges­sen\, was dort liegt. Man kann die Häss­lich­keit der Unter­drü­ckung des paläs­ti­nen­si­schen Vol­kes nicht vergessen.“ \nDer Kon­text der aktu­el­len Ereig­nis­se wird kurz beschrie­ben: die Tei­lung durch die UNO und die eth­ni­sche Säu­be­rung der Paläs­ti­nen­ser in den Jah­ren 1948–49. Der Film kon­zen­triert sich jedoch auf die anhal­ten­de Nakba. \nDie Mit­be­grün­der von Mili­ta­ry Court Watch\, Gerard Hor­ton\, ein aus­tra­li­scher Anwalt\, und Sal­wa Duai­bis\, eine paläs­ti­nen­si­sche Staats­bür­ge­rin Isra­els\, beschrei­ben\, wie Kin­der im Alter von 12 bis 17 Jah­ren mit­ten in der Nacht aus ihren Häu­sern geholt und mit Straf­ver­fol­gung vor Mili­tär­ge­rich­ten bedroht wer­den\, was gegen inter­na­tio­na­les Recht und Men­schen­rechts­kon­ven­tio­nen ver­stößt. Der Zuschau­er sieht Auf­nah­men von Kin­dern\, die von israe­li­schen Sicher­heits­kräf­ten ver­hört wer­den\, die Ein­schüch­te­rungs­dro­hun­gen ein­set­zen – „Du wirst für lan­ge Zeit ins Gefäng­nis kom­men“\, „Wir wer­den dei­ne Mut­ter und dei­ne Schwes­ter ver­haf­ten“ –\, um Geständ­nis­se zu erzwin­gen und/oder auf eine Zusam­men­ar­beit zu drängen. \nDer paläs­ti­nen­sisch-ame­ri­ka­ni­sche Sam Bahour\, der in sei­nem Haus in Ramal­lah gefilmt wur­de\, beschreibt die Her­aus­for­de­run­gen beim Auf­bau eines paläs­ti­nen­si­schen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­tems. Er erklärt\, wie die Oslo­er Abkom­men ver­fasst wur­den\, um die Kon­trol­le Isra­els über die paläs­ti­nen­si­sche Wirt­schaft zu fes­ti­gen. „Wer bestimmt das Tem­po unse­rer Ent­wick­lung?“\, fragt Bahour. „Letzt­end­lich hat Isra­el das Sagen.“ Die Oslo­er Abkom­men\, erklärt Vis\, „haben die Besat­zung nicht been­det\, son­dern systematisiert.“\nAuf dem Bau­ern­hof\, den sei­ne Fami­lie schon bewirt­schaf­tet\, bevor sein Groß­va­ter die Besitz­ur­kun­den vom Osma­ni­schen Reich erhielt\, erzählt Daoud Nas­sar\, wie das israe­li­sche Mili­tär und das israe­li­sche Gerichts­sys­tem Sied­ler bei ihren Bemü­hun­gen unter­stützt haben\, das Land zu übernehmen \nDer Jour­na­list Cook beschreibt eine „Poli­tik der Judai­sie­rung in ganz Isra­el und Paläs­ti­na“. Als Bei­spiel führt er die jüdi­sche Ent­wick­lung in der Umge­bung von Naza­reth an\, einer paläs­ti­nen­si­schen Stadt in Isra­el. Obwohl paläs­ti­nen­si­sche Bür­ger Steu­ern zah­len\, wer­den der Stadt Res­sour­cen und der Zugang zu Land ver­wei­gert\, was ihr Wachs­tum und ihre Ent­wick­lung ein­schränkt. Das Film­ma­te­ri­al zeigt die Aus­wir­kun­gen der israe­li­schen Beset­zung auf den Tou­ris­mus\, wenn Hun­der­te eine der hei­li­gen Stät­ten des Chris­ten­tums in Naza­reth\, die Ver­kün­di­gungs­ba­si­li­ka\, besu­chen und dann mit Bus­sen wie­der abrei­sen\, wodurch ara­bi­sche Laden­be­sit­zer\, Restau­rants und Hotels um ihre Ein­nah­men gebracht werden. \nIta­mar Shapi­ra\, ein ehe­ma­li­ger israe­li­scher Sol­dat und Mit­be­grün­der von „Com­ba­tants for Peace“\, erklärt\, wie Isra­el den Holo­caust und die Geschich­te des Opfer­da­seins nutzt\, um eine Erzäh­lung von Angst und Iso­la­ti­on sei­tens der israe­li­schen Juden zu ver­mit­teln – was sie davon abhält\, Paläs­ti­nen­ser ken­nen­zu­ler­nen\, und die Besat­zung rechtfertigt.\nIn einer der auf­schluss­rei­che­ren Sze­nen des Films erzählt der Rei­se­lei­ter Yahav\, wie Paläs­ti­nen­ser durch einen israe­li­schen Geheim­dienst­of­fi­zier\, der jedem Dorf im West­jor­dan­land zuge­teilt wird\, zur Zusam­men­ar­beit mit ihren Besat­zern ver­lei­tet wer­den. „Nicht für Geld“\, sagt Yahav. „Nicht aus Lie­be zur israe­li­schen Regie­rung.“ Aber sie lei­den unter einer erstick­ten Wirt­schaft\, um ihre Fami­li­en zu ernäh­ren\, um eine Arbeits­er­laub­nis für Isra­el zu erhal­ten\, wo die Löh­ne viel höher sind. Die Geneh­mi­gun­gen kön­nen jeder­zeit wider­ru­fen wer­den\, sagt Yahav. \nDer Film zeigt in einem gut durch­dach­ten Geflecht fast jeden ande­ren Aspekt der israe­li­schen Kon­troll­ma­trix\, dar­un­ter die Aus­wir­kun­gen der Apart­heid­mau­er und der ille­ga­len Sied­lun­gen\, das Zwei­ge­richts­sys­tem im West­jor­dan­land\, Haus­zer­stö­run­gen\, die Unter­drü­ckung des paläs­ti­nen­si­schen Wider­stands durch Isra­el und das aus­ge­klü­gel­te Geneh­mi­gungs­sys­tem\, das fast jeden Aspekt des paläs­ti­nen­si­schen Lebens kon­trol­liert (Zugang zu Beschäf­ti­gung\, Bil­dung und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung; wen Paläs­ti­nen­ser hei­ra­ten dür­fen\, wohin sie rei­sen dürfen). \n„Das Gesetz und die Pro­phe­ten“ – der Titel ist ein Aus­druck\, der oft ver­wen­det wird\, um die Gesamt­heit der hebräi­schen Schrif­ten zu beschrei­ben – schafft es\, die­je­ni­gen zu infor­mie­ren\, die nur sehr wenig über die Situa­ti­on wis­sen\, und gleich­zei­tig das Wis­sen derer zu erwei­tern\, die die sich ver­schlech­tern­de Situa­ti­on seit Jah­ren verfolgen.\nVis und Yahav geben zu\, dass ihre Arbeit und ihr Zeug­nis begrenzt sind. Yahav könn­te für bei­de spre­chen\, wenn er sagt\, dass er wei­ter­hin Grup­pen anlei­tet\, „in der Hoff­nung\, dass dies irgend­wie zu einem brei­te­ren Ver­ständ­nis führt\, dass es zu Ver­än­de­run­gen führt\, obwohl ich nicht sagen kann\, wie …“ \n(Text: Jeff Wright\, ver­öf­fent­licht auf Mon­do­weiss) \nDie Situa­ti­on in Gaza konn­te das Film­pro­jekt “The Law and the Pro­phe­ts” aus Grün­den des Zugangs und ande­rer Pro­ble­me nicht mit einbeziehen. \nCre­dits:\nUSA / Isra­el / West­bank 2023\nRegie: Jona­than Vis\nDau­er: 114 Minu­ten (mit Pause)\nSpra­che: Eng­lisch mit deut­schen Untertiteln \nEine Ver­an­stal­tung von Kino in der Neu­stadt\,  untertstützt vom Bre­mer Frie­dens­fo­rum\, dem AK Nah­ost Bre­men und den Seeds of Palestine.
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